BIEK-Verbandsempfehlung
„Sicheres und unfallfreies Fahren mit Fahrzeugen der Klasse 2,8-3,5 t zGG“ 

 
  In den letzten Jahren wurde die Fahrzeugklasse 2,8 – 3,5 t stark weiterentwickelt. Bedingt durch die Entwicklung der Fahrzeugtechnik und neue Umweltschutzgesetze sind seit einigen Jahren kräftiger motorisierte Fahrzeuge in dieser Klasse auf dem Markt. Sie werden seitdem verstärkt eingesetzt, da sie wirtschaftliche und ökologische Vorteile bieten. So konnten z.B. durch ihren Einsatz Flugbewegungen reduziert werden.
Mit dem rasanten Anstieg der zugelassenen Fahrzeuge stiegen leider auch die Unfallzahlen. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen hat die Bundesanstalt für Straßenwesen beauftragt, die Ursachen der Unfälle zu erforschen. Abschließende Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. 
Unabhängig davon empfiehlt der Bundesverband Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) den Nutzern dieser Fahrzeugklasse, nachfolgende Maßnahmen umzusetzen. Der Verband ist der Auffassung, dass diese erheblich dazu beitragen können, das sichere und unfallfreie Fahren mit Kleinlastern zu fördern.
Die Verbandsempfehlung soll über die BIEK-Mitglieder hinaus auch diejenigen Nutzer von Fahrzeugen der Sprinterklasse erreichen, die nicht in einer Interessengemeinschaft organisiert sind.


Der BIEK empfiehlt:


1. Schulung von unternehmenseigenem Personal hinsichtlich Fahrsicherheit und Ladungssicherung
Die modernen, hochmotorisierten Fahrzeuge der Sprinterklasse bieten den Fahrkomfort eines Pkw. Für nicht trainierte Fahrer birgt diese Eigenschaft jedoch ein nicht zu unterschätzendes Risiko, denn die Fahrzeuge weisen andere Fahreigenschaften auf als Pkw oder schwerere Lkw. Daher wurde von den BIEK-Unternehmen zunehmend ein erhöhter Bedarf an Fahrsicherheits- und Ladungstrainings für diese Fahrzeuge ausgemacht. 
Das sichere Beherrschen des Fahrzeugs – auch in Gefahrensituationen – ist eine Grundvoraussetzung für die unfallfreie Teilnahme am Straßenverkehr. 


2. Anhalten der Fahrer zur strikten Einhaltung der Straßenverkehrsordnung, z.B. Gurtanlegepflicht, Einhalten von Tempolimits usw. 
In Schulungen o.ä. sollten die Unternehmen ihre Mitarbeiter mit Vehemenz darauf hinweisen, dass die bestehenden Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung unbedingt einzuhalten sind. Schon allein die konsequente Einhaltung von bestehenden Gesetzen und Verordnungen kann erheblich zur Verbesserung der Sicherheit auf Deutschlands Strassen beitragen.


3. Verstärkte unternehmensinterne Sanktionierung bei Fehlverhalten, z.B. Geschwindigkeitsübertretungen
Verstöße gegen geltendes Recht, wie z.B. Geschwindigkeitsübertretungen, sollten von den Unternehmen verstärkt intern sanktioniert werden. Damit können „schwarze Schafe“ in ihrem Verkehrsverhalten erzogen werden. 


4. Einwirken auf Subunternehmer, qualifizierte Fahrer zu beschäftigen
Etliche Unternehmen unterhalten keinen eigenen Fuhrpark und greifen damit auf andere Firmen und deren Fahrerpool zurück. Sie sollten auf ihre Vertragspartner einwirken, ausschließlich qualifiziertes, trainiertes Personal zu beschäftigen.


5. Verstärkter Einsatz von Ladungssicherungssystemen in Kleinlastern
Neben der Schulung und Verkehrserziehung der Fahrer ist das sichere Transportieren der beförderten Güter von eminenter Bedeutung. Nicht oder schlecht gesicherte Ladung hat einen negativen Einfluss auf das Verhalten von Fahrzeugen und kann diese unbeherrschbar machen, z.B. beim Bremsen. Professionelle Ladungssicherungssysteme sollten verstärkt auch in Kleinlastern verwendet werden. 


6. Umfangreiche Darstellung vorhandener und bereits durchgeführter Sicherheitsprogramme der BIEK-Unternehmen in der Öffentlichkeit 
Den BIEK-Mitgliedern ist Verkehrssicherheit ein grundsätzliches Anliegen. Fast eine Milliarde km legen ihre Mitarbeiter jährlich im Nah- und Fernverkehr auf der Straße zurück. Daher werden in vielen Unternehmen seit Jahren Verkehrssicherheitsprogramme durchgeführt. Das Spektrum der Maßnahmen reicht von zusätzlichen regelmäßigen technischen Fahrzeugüberprüfungen über Verkehrssicherheits- und Trainingsangebote für Fahrer bis hin zu Prämienprogrammen für unfallfreies Fahren. 
Die Bemühungen um höhere Sicherheitsstandards und damit eine Verringerung des Unfallrisikos für alle Fahrzeugklassen sind für die BIEK-Unternehmen - Unternehmen eines speziellen Zweigs des Verkehrsgewerbes, der KEP-Industrie - selbstverständlich und wurden daher bislang nicht offensiv bekannt gemacht. Das ist aber aufgrund des derzeitigen öffentlichen Interesses notwendig geworden. 


Vollständige Verbandsempfehlung zum Download (110 kb)


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